Erstmal ein paar Grundinformationen – Hollister ist ein Tochterunternehmen der Marke Abercrombie & Fitch und ist in Amerika unter den Jugendlichen ein absoluer Begriff. In den Staaten gibt es über 500 Filialen, in Deutschland, genauer gesagt in Frankfurt, hat in diesem Jahr die erste eröffnet. Obwohl Hollister in Deutschland nicht wirbt, weder Fernsehen, Radio, Plakate oder Sonstiges, ist der Laden nicht nur rund um die Uhr voll, sondern es stehen sich sogar Menschen die Beine vor dem Laden in den Bauch. Das Zielpublikum der Marke sind Jugendliche zwischen zwölf und sechzehn Jahren, die laut aller Studien, ein absolut zahlungskräftziges Clientel sind.
Die Frage ist nun natürlich, wie schafft es Hollister solch ein Interesse bei den Menschen zu wecken, während in den Modegeschäften nebenan gähnende Leere herrscht. Das Geheimnis steckt weder in neuartigen Designs, noch in besonders ausgefallenen Farben. Hollister hat es geschafft, das Einkaufen zum Erlebnis zu machen. In den Boutiquen arbeiten nur hübsche Menschen mit tollen Figuren und trendigen Frisuren. Die Dunkelheit und die dröhnende Musik erinnern fast schon an einen Club und alle Kleidungsstücke werden mit Scheinwerfern ins rechte Licht gesetzt. Dazu wird der komplette Laden jeden Morgen mit dem firmeneigenen Parfüm eingesprüht.
Egal ob man sich nach dieser Beschreibung denkt, ich muss da unbedingt mal Einkaufen oder nicht, jeder muss wohl zugeben, dass das Prinzip Hollister etwas Neues ist. Und neue Dinge haben zumindest eine gewisse Zeit einen Reiz und erwecken damit bei den Menschen Interesse.
Da es Hollister in Amerika schon seit einigen Jahren gibt, das erste Geschäft wurde im Jahr 2000 in Ohio eröffnet, kann man aber auch erahnen wie der komplette Verlauf dieser Marke ablaufen wird. Bei fast jedem Produkt und auch bei fast jeder Marke gibt es einen ähnlichen Verlauf. Zu Beginn ein Wachstum – mehr oder minder stark, dieses Wachstum verlangsamt sich dann immer mehr bis es stagniert und dann beginnt der Rückgang. Daher müssen Firmen sich immer wieder neu erfinden und neue Märkte erschließen um weiter Erfolg zu haben.
Da die Marke Hollister mit der Art des Verkaufs etwas absolut Neues geschaffen hatte war das Interesse der Kunden Anfangs enorm und der Wachstum zu Beginn war sowohl ind den Staaten als auch in Europa sehr groß. Dieser sehr starke Beginn in Verbindung mit toller Qualität und tollen Produkten wäre natürlich etwas, dass sich über Jahrzente als Erfolgsrezept halten könnte. Aber hier liegt das Problem, die Ware die Hollister verkauft ist leider nur ganz harmloser durchschnitt. Das erworbene Kleidungsstück kann leider nicht ansatzweise mit dem Einkaufsvergnügen mithalten und wenn man die Geschäfte von Hollister nicht mehr so spannend findet gibt es kaum noch ein Grund dort seine kleidung zu kaufen.
Die Umsätze in Amerika sind in den letzten Jahren schon deutlich zurück gegangen und man befindet sich dort auch schon klar im Verlust Bereich. Natürlich wird Hollister die momentane Finanzkrise dafür verantwortlich machen, was ich jedoch stark bezweifle. In den nächsten 5 bis 10 Jahren wissen wir mehr…
In diesem Sinne
Markus
